Abtei St. Gertrud - Benediktinerinnenkloster Alexanderdorf

Josef Christian Schmitt

Entstehung

St. Gertrud in Alexanderdorf (Landkreis Teltow-Fläming) war das einzige Benediktinerinnenkloster in der Deutschen Demokratischen Republik (Abb. 1). Es ging aus der am 1. Oktober 1919 gegründeten St. Hildegard-Schwesternschaft hervor, deren Schwestern im Berliner St.-Hildegard-Krankenhaus am heutigen Theodor-Heuss-Platz und in der Pankower Entbindungsklinik „Mariä Heimsuchung“ aktiv waren. Im Laufe der 1920er Jahre integrierten die Schwestern die Ordensregeln des heiligen Benedikt immer stärker in ihren Alltag und nach einem Besuch bei den belgischen Benediktinerinnen in Wépion verfestigte sich bei ihnen die Idee einer Klostergründung. Zu diesem Zweck erwarb Mutter Hildegard 1933 den verfallenen Sommersitz des Grafen von Schwerin-Wilmersdorf in Alexanderdorf.

Das Priorat St. Gertrud in Alexanderdorf wurde am 15. April 1934 mit einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht. Die Schwestern mussten ihren eigenen Weg des benediktinischen Lebens finden, da sie nicht an die Tradition eines Mutterhauses gebunden waren. Um sich eine bessere Vorstellung von der benediktinischen Lebensweise machen zu können, durften Alexanderdorfer Nonnen mehrfach mit in der Klausur der Schwestern aus Tutzing in Bayern leben. Außerdem unterstützten verschiedene Patres als Hausgeistliche in Alexanderdorf den Konvent in Fragen des geistlichen Lebens.

In Alexanderdorf bauten die Schwestern zunächst die vorhandenen Gebäude und Ställe in Wohn- und Arbeitsräume um. Im Haupthaus richteten sie eine kleine Kapelle ein. In den Nebengebäuden wurden später Klausur und Gästehaus untergebracht.

Anfänglich strebten die Benediktinerinnen eine Angliederung an die Beuroner Kongregation an. Dazu hätte der Konvent in Chorfrauen und Laienschwestern aufgeteilt werden müssen, was man einige Zeit versuchte, dann aber wieder verwarf. In den entbehrungsreichen Anfangsjahren hatten alle Schwestern gleichberechtigt gelebt. Eine Aufteilung in zwei Gruppen konnte nun nicht mehr durchgesetzt werden. Das bedeutete aber auch, dass das Kloster zunächst keiner Kongregation angehörte. Für das Leben und Überleben des Klosters in der religionsfeindlichen Umgebung mussten zwangsläufig neue Lösungen gefunden werden. Die Schwestern schafften es dennoch, die scheinbaren Gegensätze von jahrhundertealter benediktinischer Tradition und neuen Wegen zu vereinen. Davon zeugt die schrittweise erfolgte kirchenrechtliche Anerkennung des Klosters.

Die Gründungsphase endete am 28. Dezember 1948 mit der Errichtung der „Kongregation der Schwestern von der hl. Hildegard in Alexanderdorf“ durch den Berliner Bischof Konrad Kardinal von Preysing. Mit diesem Errichtungsdekret beseitigte der Kardinal kirchenrechtliche Unsicherheiten, die durch die Unabhängigkeit der Alexanderdorfer Benediktinerinnen entstanden waren. Das Kloster gehörte nun endgültig keiner großen Kongregation an. Stattdessen bildete es eine eigene Kongregation mit Noviziat. 1949 erhielt das Priorat St. Gertrud dann auch die Erlaubnis zu einfachen ewigen Gelübden mit Jungfrauenweihe.

Gründung des Tochterklosters in Dinklage

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs strebten die Alexanderdorfer Benediktinerinnen aus Angst vor einer Schließung des Klosters durch die sowjetische Besatzungsmacht und auf Anraten des befreundeten Priors von Gerleve die Gründung eines Tochterklosters in einer westlichen Besatzungszone an. Zudem lag die Vermutung nahe, dass aus der Sowjetischen Besatzungszone nicht ausreichend Nachwuchs kommen würde. Bereits 1946 entsandte die Priorin Nonnen nach Westdeutschland, um dort die Klostergründung vorzubereiten. Die Schwestern überquerten die Zonengrenze illegal bei Hohengandern, am westlichsten Punkt Thüringens. Ein in der Nähe lebender Bruder einer Mitschwester unterstützte sie dabei. Die wichtigsten Güter, die für eine Neugründung von Nöten waren, schickten die Nonnen per Zug nach Westdeutschland. Noch vor den entsandten Schwestern kam der erste Waggon in Beckum an. Der zweite Waggon – der Inhalt war stark beschädigt – erreichte die Benediktinerinnen erst einige Jahre später. Die Nonnen waren zu Beginn in einem Flügel des Schlosses des Grafen von Galen in Assen bei Lippborg untergebracht. 1949 überließ ihnen der Graf die Wasserburg Dinklage.

Die Eigenständigkeit des Priorats St. Gertrud in einer eigenen Kongregation erleichterte die Gründung eines Tochterklosters. Am 20. Februar 1950 erhob der Münsteraner Bischof Michael Keller die Niederlassung St. Scholastika in Dinklage zum Priorat.

St. Gertrud in der Nachkriegszeit

Von Anfang an bestand ein enger Kontakt der Benediktinerinnen zur Alexanderdorfer Dorfgemeinschaft. Die Nonnen übernahmen zunächst die ambulante Krankenpflege und betreuten nach der Schließung des öffentlichen Kindergartens für einige Jahre die Kinder des Dorfes, bis die Schwestern die zunehmende Einmischung der DDR-Behörden nicht mehr hinnehmen wollten. Einige der späteren Gemeindevertreter besuchten als Kinder den Klosterkindergarten.

Der Druck auf die Kirchen ebenso wie auf die Orden war in der ersten Phase der DDR bis zum Volksaufstand 1953 am größten. Besonders in den Jahren 1952/53 forcierte die SED ihre Maßnahmen gegen die Kirchen. Nach dem 17. Juni 1953 entspannte sich die Situation sukzessive (Kösters 2005, 71-79). Die Gewissheit über den Rückzugsort Dinklage, zu dem man im Notfall hätte fliehen können, und die Unterstützung aus Westdeutschland waren sicherlich von großer Bedeutung für die Benediktinerinnen, um diese Phase zu überstehen. Die Schwestern nahmen die 1950er Jahre als härteste Zeit in der DDR wahr. So wird beispielsweise davon berichtet, dass in diesen Jahren zwei Polizisten zur Kontrolle der Bibliothek ins Kloster kamen. Die Zellerarin führte die Beamten in die Gästebibliothek, wo sie einige Bücher beschlagnahmten; die eigentliche Bibliothek blieb so jedoch verschont (Klosterarchiv Alexanderdorf, Kleedörfer 1990). Insgesamt traten die DDR-Behörden dem Orden mit einer gewissen Unsicherheit entgegen.

Nachdem in den Jahren 1942 bis 1946 keine Nonnen hinzukamen, trat am 18. Oktober 1947 erstmals nach dem Kriegsende wieder eine Frau den Benediktinerinnen in Alexanderdorf bei. Im Krisenjahr 1953 nahm der Konvent über das Jahr verteilt fünf Schwestern auf, von denen zwei wenig später das Kloster wieder verließen. Ab Mitte der 1960er Jahre gingen die Eintrittszahlen kontinuierlich zurück. Vom Ende der 1970er bis zum Ende der 1980er Jahre stabilisierte sich die Zahl der Eintritte auf einem geringen Niveau. 1953 gab es 40 Schwestern in Alexanderdorf. Bis 1975 sank die Anzahl der Benediktinerinnen auf 34. Durch die Eintritte in den 1980er Jahren konnte der Konvent Verluste ausgleichen und sogar leicht wachsen. Ende der 1980er Jahre lebten 38 Nonnen in Alexanderdorf. Ab 1992 verringerte sich die Zahl der Schwestern erneut. Seit Mitte der 2000er Jahre leben weniger als 30 Benediktinerinnen in der Abtei St. Gertrud, mit weiterhin abnehmender Tendenz (Klosterarchiv Alexanderdorf, Eintrittsliste).

Vom DDR-Volksaufstand bis zum Mauerbau

Staatliche Einschränkungen wie Verhinderung von Zuzug, Bautätigkeit und karitativer Arbeit müssen bei der Beurteilung der Situation der Orden in der DDR berücksichtigt werden. Entsprechende Behinderungen scheinen sich besonders auf die katholisch geprägten Regionen der DDR fokussiert zu haben. Das sich in einer „doppelten Diasporasituation“ (Raabe 1996, 354), gegenüber dem atheistischen Staat und der mehrheitlich protestantischen Bevölkerung, befindende Kloster fiel womöglich etwas durch das Raster staatlicher Kirchenpolitik. Außerdem lebten die Benediktinerinnen zurückgezogener als wohltätige Gemeinschaften. Sie waren, anders als die meisten Ordensgemeinschaften in der DDR, nicht karitativ tätig, profitierten gleichzeitig aber vom guten Ruf der katholischen Orden, der auf eben jene Arbeit zurückgeführt werden kann. So berichteten die Alexanderdorfer Nonnen, dass sie, wenn sie unterwegs waren, meist mit Neugierde, Achtung und Wohlwollen angesprochen wurden. Zudem fühlten sich die Schwestern, trotz der genannten Einschränkungen, nur selten wirklich benachteiligt (Klosterarchiv Alexanderdorf, Kleedörfer 1990).

Am 30. Januar 1954 bat die Kongregation der Benediktinerinnen von Alexanderdorf mit den Klöstern in Alexanderdorf und Dinklage um die Aufnahme in die „Confoederatio Benedictina“. Die positive Antwort erreichte die Nonnen wenig später und seit ihrem Beitritt zur Konföderation hielten die Alexanderdorfer Nonnen den Kontakt zum Abtprimas in Rom bzw. dessen Stellvertreter aufrecht.

Als einziges Kloster in der DDR betrieben die Alexanderdorfer Benediktinerinnen ein Gästehaus. Dort konnten bis zu 30 Gäste, bevorzugt Familien mit Kindern, untergebracht werden. Alexanderdorf wurde so nach und nach zu einem Rückzugsort für katholische DDR-Bürger und Priester, die das Kloster auch finanziell unterstützten. Auch aus der Bundesrepublik kamen regelmäßig Besucher. Noch am Tag der Anreise mussten alle Gäste bei der Polizei in Zossen gemeldet werden.

Die Nonnen waren über eine freiwillige Sozialversicherung für Ordensleute und Priester versichert. Pro Person mussten zehn Mark im Monat gezahlt werden. So erhielten sie Zugang zum Gesundheitssystem der DDR.

Nach dem Mauerbau

Die 1960er Jahre beschrieben die Schwestern als eine Phase, in der sich zwar die Isolation des Klosters in der Gesellschaft verstärkte, aber auch neue Möglichkeiten besonders im kirchlichen Raum entstanden (Klosterarchiv Alexanderdorf, Schwalke 2001, 2). Die Nonnen hielten den Kontakt nach Dinklage stets aufrecht. Sogar noch nach dem Mauerbau kamen zwei Schwestern aus Dinklage nach Alexanderdorf, um den dortigen Konvent zu unterstützen.

Die Isolation des Klosters in den 1960er Jahren ging so weit, dass einige Briefe aus dem Ausland nicht in Alexanderdorf ankamen und manche Schwestern erst nach Jahren des Ordenslebens einen benediktinischen Mönch kennenlernen konnten.

Besonders die Bautätigkeit versuchte das SED-Regime in dieser Zeit zu begrenzen. Da das Priorat St. Gertrud auf offiziellem Weg keine Handwerker beauftragen konnte, waren die Schwestern bei ihren Vorhaben oft auf die Hilfsbereitschaft und den guten Willen der Dorfbevölkerung, der Baufirmen und der Freunde des Klosters angewiesen. Trotz der Einschränkungen ließen sich so einige wichtige Bauvorhaben umsetzen. Mit der Unterstützung des Alexanderdorfer Bürgermeisters und der Caritas konnte eine erste Zentralheizung in die Klostergebäude eingebaut werden. Erst später entspannte sich diese Lage zunehmend.

Ab 1966 boten die Benediktinerinnen Priesterexerzitien an. Darüber hinaus schufen die Bestimmungen des Zweiten Vatikanischen Konzils neue Möglichkeiten für Gäste am Gottesdienst teilzunehmen. Auch mit dem Stellvertreter des Abtprimas der Benediktiner Konföderation in Rom, dem gebürtigen Berliner Pater Paulus Gordan, stand die Alexanderdorfer Priorin in regelmäßigem Kontakt. Dieser besuchte vom 11. bis 15. Juli 1973 Alexanderdorf und besprach dabei unter anderem mit Weihbischof Kleineidam die Erhebung des Priorats zur Abtei. Anschließend besuchte er noch die Benediktiner auf der Huysburg, nördlich von Halberstadt.

Nach seiner Reise veröffentlichte er einen Bericht in der benediktinischen Monatsschrift „Erbe und Auftrag“, in dem es unter anderem heißt: „Wenn ‚eisern‘ eine Steigerung zuläßt, so ist der Vorhang zwischen der Bundesrepublik und dem anderen Deutschland der ‚eisernste‘, wie auch das Klima, das dem Besucher dort entgegenschlägt, wohl das eisigste ist.“ (Gordan 1973, 408).

Der Bericht hatte direkte Folgen für die Alexanderdorfer Benediktinerinnen. Nach dessen Veröffentlichung ließen die DDR-Behörden für eine Weile niemanden mehr einreisen, der als Ziel das Kloster in Alexanderdorf oder die Huysburg angab. Gordan hatte in seinem Bericht auch die Benediktinermönche erwähnt.

Neue Freiräume in den 1970er und 1980er Jahren

Nach einiger Zeit konnten wieder Besucher aus der Bundesrepublik empfangen werden. Ab 1976 durften dann auch berentete Schwestern den Gegenbesuch antreten und in die Bundesrepublik fahren, um „Verwandte“ zu besuchen. Später wurden über vorgeschobene Familienfeiern Besuche im Westen auch für jüngere Schwestern möglich; solche Feiern seien allerdings nur zwei Mal erfunden worden (Klosterarchiv Alexanderdorf, Kleedörfer 1990).

Wie auch das gesamte Staat-Kirchen-Verhältnis entspannte sich die Situation bei den Benediktinerinnen in Alexanderdorf in den 1970er und 1980er Jahren zunehmend. Es entstanden weitere Freiräume und Möglichkeiten, die mitunter auf das Devisenbedürfnis der DDR zurückgeführt werden können (Schäfer 1999, 326).

Am 17. November 1979 wurde der Grundstein der Klosterkirche gelegt. Zuvor waren mehrere Anläufe zum Bau einer Kirche aus verschiedensten Gründen gescheitert. Für den Ausbau einer Scheune hatten die Schwestern nun eine Genehmigung erhalten. Der Umbau musste eigenständig finanziert werden. Die Bauarbeiten an der Kirche beschäftigten die Benediktinerinnen bis in die Mitte der 1980er Jahre. Die Schwestern gaben die Landwirtschaft (Abb. 2) auf, da die Bautätigkeit alle zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte benötigte. „Feierabendbrigaden“, die sich aus der umliegenden Bevölkerung und befreundeten Katholiken aus dem Eichsfeld (Klosterarchiv Alexanderdorf, Weihnachtsbrief 1981) zusammensetzten, unterstützten den Konvent. Nach ihrer eigentlichen Arbeit und am Wochenende kamen die Helfer nach Alexanderdorf, um die Schwestern beim Bau der Kirche zu unterstützen (Abb. 3). Aus Mangel an Baumaterial mussten die Nonnen die Ziegel der abgetragenen Scheune in aufwendiger Handarbeit reinigen, um diese wiederverwenden zu können (Abb. 4).

Die fertige Kirche weihte Joachim Kardinal Meißner am 1. September 1984. Nach dem Ende der Arbeiten an der Kirche begannen die Schwestern mit der Renovierung des Haupthauses. Nach 1990 konnten die Arbeiter, die zuvor nur inoffiziell und nach Feierabend ins Kloster kamen, fest angestellt werden.

Die Erhebung des Klosters zur Abtei erfolgte am 10. Januar 1984. Am 3. März 1984 wählte der Konvent die bisherige Priorin zur ersten Äbtissin. Die Erhebung zur Abtei war sicherlich auch ein Zeichen zur Stärkung der Katholischen Kirche in der Diaspora und eine wichtige Stellungnahme Roms gegen die kirchenfeindliche SED-Politik. Die Nonnen berichteten, dass viele Menschen ihnen schrieben und den Vorgang wie geschildert empfanden (Klosterarchiv Alexanderdorf, Weihnachtsbrief 1984).

In dieser Zeit wuchs die Angst der Schwestern vor einer Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit der DDR. Besonders in den 1980er Jahren achteten die Nonnen auf ihre Worte in Briefen und bei Telefonaten. Die Sorge und das Misstrauen waren derart groß, dass sogar eine Postulantin das Kloster verlassen musste, nachdem die älteren Schwestern sich genötigt sahen, sie zu fragen, ob sie für die Staatssicherheit arbeite. Die Recherchen der Behörde des Bundesbeauftragten für Unterlagen der DDR-Staatssicherheit im bereits erschlossenen Bestand lieferten bislang jedoch keine relevanten Ergebnisse.

Auch aus nichtkirchlichen Kreisen kamen in den 1980er Jahren vermehrt Besucher nach Alexanderdorf. Zu den umliegend stationierten sowjetischen Soldaten gab es ebenfalls Kontakte. Die Soldaten kamen heimlich über das Feld ans Fenster der Hostienbäckerei und baten um Rosenkränze, Kreuze und russische Bibeln, welche die Schwestern besorgen konnten. Die Grenzen zwischen den Konfessionen verschwammen und die Ökumene gewann an Bedeutung. In der Klosterkirche fanden ab 1985 auch evangelische Gottesdienste für die mehrheitlich protestantische Dorfbevölkerung statt.

Mit Hostienbäckerei (Abb. 5), Paramentenwerkstatt, Buchillustrationen und kleineren handwerklichen Aufgaben erwirtschafteten die Benediktinerinnen ihren Lebensunterhalt. Ihre Hostien lieferten die Nonnen nahezu in die gesamte DDR, auch an viele evangelische Gemeinden. Nachdem die Liturgische Kommission der Berliner Bischofskonferenz die Qualität der Hostien bemängelt hatte, strebten die Nonnen seit der zweiten Hälfte der 1980er Jahre mit Unterstützung des Berliner Bistums die Anschaffung eines neuen, im Sauerland produzierten Hostienbackautomaten an. Gekauft werden konnte der Automat aber erst nach der deutschen Wiedervereinigung.

Die Benediktinerinnen verfolgten jedes Detail des historischen Ereignisses im Herbst 1989 über das Radio. Nach der Friedlichen Revolution erhöhte sich die Zahl der Gäste, die das Kloster vor den Toren Berlins für sich entdeckten. Auch die Beziehungen nach Dinklage, die nie ganz abgebrochen waren, intensivierten die Schwestern wieder. Heute leben noch 22 Nonnen nach den Regeln des heiligen Benedikt in Alexanderdorf. Sie betreiben weiterhin das Gästehaus sowie die Hostienbäckerei und freuen sich über jeden Besuch (Abb. 6).

Quellen

Bundesarchiv: BArch DO4/844, BArch DO4/1918, BArch DO4/2286

Diözesanarchiv Berlin: DAB I/6-53, DAB Ia/4-5-1, DAB Ia/13-3, DAB Q IV, St.-G 6, DAB VI/2-Benediktinerinnen

Klosterarchiv Alexanderdorf: Eintrittsliste mit Geburtstag, Eintritt, Einkleidung, Profess, Entlassen, Stand 2018 - Kleedörfer, Walburg: RB-Sozialismus-Ökumene. Erfahrungen in der DDR. Vortrag zum 7. Internationalen RB-Kongress der evangelischen Akademie, Oktober 1990 - Schwalke, Ursula: Erfahrungsbericht, Jahrestag der Salzburger Äbtekonferenz 2001 in Erfurt - Weihnachtsbriefe St. Gertrud, 1978-1990.

ZEFYS – Zeitungsinformationssystem der Staatsbibliothek zu Berlin: Neue Zeit - 10.3.1984, 22.04.1973, 01.03.1975, 14.08.1976, 31.10.1984

Literatur

Gordan, Paulus: Benediktinisches Leben in der DDR. In: Erbe und Auftrag 49 (1973), S. 408-411.

Kösters, Christoph: Die Kirchenpolitik in der Amtszeit von Bischof Wilhelm Weskamm (1951-1957). In: Kösters, Christoph / Tischner, Wolfgang (Hrsg.): Katholische Kirche in SBZ und DDR. Paderborn 2005, S. 63-101.

O.A.: Christen die anders leben. Orden, Kongregationen und Säkularinstitute stellen sich vor. Leipzig 1984.

Raabe, Thomas: SED-Staat und katholische Kirche 1949 bis 1989. In: Vollnhals, Clemens (Hrsg.): Die Kirchenpolitik von SED und Staatssicherheit. Eine Zwischenbilanz (= Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, 7). Berlin 1996, S. 353-370.

Schäfer, Bernd: Staat und Katholische Kirche in der DDR (= Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung, 8). Köln/ Weimar 1999.

Schreiner, Claus (Hrsg.): Frauenorden in Deutschland. Fulda/Paderborn 1993.

Stephan, Walter (Hrsg.): Benediktinische Stätten in Deutschland. Münsterschwarzach 1992.

Schulisch, Karl-Heinz: Aus der Geschichte der Benediktinerinnenabtei St. Gertrud in Alexanderdorf. Der Weg der Schwesterngemeinschaft im 20. Jahrhundert. Alexanderdorf 1998.

Schulisch, Karl-Heinz: Aus der Benediktinerinnenabtei St. Gertrud in Alexanderdorf. Wie Benediktinerinnen die DDR erlebten. Alexanderdorf 2001.

Abbildungsnachweis

Abb. 1 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Am_Mellensee_Kummersdorf-Alexanderdorf_Kloster_Alexanderdorf_Hauptgeb%C3%A4ude.JPG?uselang=de (Foto: Assenmacher, CC BY-SA 4.0)

Abb. 2-5 Klosterarchiv Alexanderdorf

Abb.6 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kloster5_Alexanderdorf_Gaestehaus.JPG?uselang=de (Foto: Lienhard Schulz, CC BY 3.0)

Empfohlene Zitierweise

Schmitt, Josef Christian: Abtei St. Gertrud - Benediktinerinnenkloster Alexanderdorf, publiziert am 01.02.2021; in: Historisches Lexikon Brandenburgs, URL: http://www.brandenburgikon.de (TT.MM.JJJJ)

Kategorien

Epochen: Preußische Provinz - Land / DDR-Bezirke - Land Brandenburg
Themen: Religion und Kirche


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